Interview mit unserem neuen Vorsitzenden

„Wir wollen vorwärts“ 

Der neue Vorsitzende der VdS Hendrik Söhn im Interview mit der ALLERdings 

Langwedel (ge). Im März hat es einen Wechsel an der Spitze der Vereinigung der Selbständigen (VdS) in Langwedel gegeben. Nach sechs Jahren Amtszeit hatte sich die erste Vorsitzende Petra Behrmann von ihrem Posten verabschiedet. Am Ruder sitzt jetzt der Nachtaktiv-Eventmanager Hendrik Söhn – Anlass für eine Bestandsaufnahme: Was hat sich in den vergangenen Jahren in Langwedel getan? Wie sieht die derzeitige Situation für die Selbständigen aus? Und was hat sich der frischgebackene Vorsitzende für sein neues Wirkungsfeld vorgenommen? 

Herr Söhn, Glückwunsch zu Ihrer neuen Aufgabe. Warum haben Sie sich dazu entschlossen, für die Wahl anzutreten? 

Ich war ja bereits einige Jahre im Vorstand aktiv - da war es für mich gar nicht so weit weg, auch die Spitze zu übernehmen. Jörg Behrmann hat als zweiter neuer Vorsitzender mitgezogen. Es ist uns wichtig, die Region hochzuhalten. Die VdS hat vieles bewegt, doch nun möchten wir mehr frischen Wind in die Vereinsarbeit bringen. 

Gibt es schon detaillierte Pläne für Veränderungen? 

Zunächst muss ich mich ja mal in die Aufgabe einfinden und –fühlen und sehen, was möglich ist. Wir wollen vorwärts: Grundsätzlich geht es darum, dass wir moderner, neuer, vernetzter werden und sich dieses in der Außendarstellung, also in der Wahrnehmung der Menschen auch wiederfindet. 

Und wie möchten Sie dieses konkret angehen und umsetzen? 

Da wäre z.B. der Internetauftritt der Selbständigen, der sollte funktionieren wie ein überschaubares Branchenbuch. Wir bestehen ja nicht nur aus dem Einzelhandel, in Langwedel sind 200 Firmen ansässig, die verschiedenste Dienstleistungen und Gewerke anbieten und beherrschen – die können was. Der Verbraucher muss das auf Anhieb sehen können. Wir wollen auch einen Unternehmerstammtisch einrichten, um ein Kommunikationsforum zu schaffen. Der Verein lebt vom Austausch und eben nicht davon, nur die Beiträge zu zahlen. 

Wie sehen Sie die Situation des Einzelhandels? Was kann im Ortskern gegen den allgegenwärtigen Verlust von Kunden und Kaufkraft getan werden? 

Ich möchte gar nicht so schwarzmalen. Man muss sich die Gegebenheiten vor Ort realistisch anschauen: Langwedel ist nun mal keine Flaniermeile, sondern hat eine reine Durchfahrtsstraße mit Geschäften. Gegen die Vielfalt der großen Einkaufszentren kommt hier niemand an und da kann die Welt auch nicht neu erfunden werden. 

Da überall geparkt werden kann, ist der Gelegenheitskäufer schneller mal da. Wir haben hier reine Bedarfsgeschäfte, in denen gezielt eingekauft wird. Ob Supermarkt, Optiker, Reisebüro, Fliesengeschäft, Modehaus, Fahrradladen, Blumengeschäft – es ist alles da, nur ein Drogeriemarkt wäre noch wünschenswert. Die Große Straße ist gut aufgestellt, da muss man die Kirche einfach im Dorf lassen. 

Wie sehen die Bemühungen der VdS aus, um die Attraktivität des Fleckens zu fördern? 

Neben dem Schnäppchenmarkt und dem Langwedeler Markt gibt es weiterhin die verkaufsoffenen Sonntage, zu Ostern verteilen wir Blumen, zum Nikolaus gibt es Aktionen. Beim letzten Weihnachtsgewinnspiel sind 110.000 Karten eingesendet worden – die Zahl spricht doch für unseren Handel vor Ort. 

Also ist für Sie die Welt hier eigentlich noch ganz in Ordnung? 

In Langwedel herrscht ein guter Mix zwischen Wohnen und Gewerbe. Ich mag unseren Flecken und das Leben auf dem Dorf. Man ist hier keine Nummer, sondern ein Mensch. Ich bin gebürtiger Berliner, aber schon seit frühester Kindheit hier. In einer hektischen und unpersönlichen Stadt fühlt man sich doch eher verloren.

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